Das Einfassband für einen Quilt, das sogenannte Binding, gibt deinem Quilt den letzten Schliff. Auch hier gibt es verschiedenste Möglichkeiten, es zu nähen.
Ich habe mir im Netz einige Methoden angeschaut und zeige dir hier meine Methode. Zu Anfang habe ich zwischen mehreren Videos hin- und her-geswitcht, inzwischen geht es ohne.

Vorweg noch ein paar Erläuterungen. Für die Nahtzugabe habe ich die Abkürzung NZG verwendet. Außerdem ist öfter die Rede vom Quiltsandwich. Damit gemeint ist der eigentliche Quilt, der aus dem Oberstoff (dem Quilttop), der Füllung (dem Batting) und dem Unterstoff besteht. Diese drei Lagen bilden das Quiltsandwich. Das Sandwich hat offene Seiten und wird mit einem Einfassband versäubert.
Da ich jeden einzelnen kleinen Schritt fotografiert habe, wurde die Anleitung sehr lang (es sind 58 Fotos), weshalb ich sie in vier Teile aufgeteilt habe.
Im ersten Teil erkläre ich dir das Zuschneiden und Zusammennähen des Einfassbandes und die Vorbereitung für das Anbringen an das Quiltsandwich.
Im zweiten Teil zeige ich dir, wie du das Einfassband an die Geraden und besonders auch an die Ecken anbringst. Für die Ecken gibt es einen einfachen Trick, damit man sie schön sauber nähen kann.
Im dritten Teil zeige ich dir, wie man das Einfassband auf der Rückseite verschließt.
Im vierten Teil siehst du, wie man das Einfassband auf die Vorderseite umlegt und mit der Nähmaschine feststeppt.
Ein Zuschnitt schräg zum Fadenlauf ist nur erforderlich, wenn du Rundungen einfasst. Mein Beispiel zeigt die Einfassung mit rechtwinkligen Ecken. Sehr wahrscheinlich musst du die Gesamtlänge aus einzelnen Streifen zusammensetzen, da dein Stoffstück eine Breite von z. B. 110 cm oder 140 cm hat und du bei einem Quilt locker auf 7 bis 8 Meter Gesamtlänge kommen kannst.
Länge:
Addiere die Länge deiner 4 Seiten, die du einfassen möchtest, zusammen. Dazu addierst du noch 40 cm für ein bequemes Zusammennähen am Ende. Wenn du da angekommen bist, weißt du, was ich meine J
Breite:
Schneide deine Streifen auf eine Breite von 2,5 Inch oder 6,5 cm zu.
Lege einen Streifen mit der rechten Stoffseite zu dir zeigend vor dich hin.

Lege einen zweiten Stoffstreifen mit der linken Stoffseite zu dir zeigend, genau im rechten Winkel darauf.
Die Stoffstücke werden nicht gerade aneinandergenäht, sondern im rechten Winkel.
Würdest du die Stoffstücke einfach nur gerade aneinander nähen, dann hättest du zusätzlich zum Quilt-Sandwich die Nahtzugabe an exakt einer Stelle 6-fach aufeinander. Das wird ziemlich gnubbelig.
Bei dieser Methode verteilt sich die Nahtzugabe auf eine Strecke von mehreren cm und sie liegt an jeder Stelle nur 1-fach.

Zeichne auf der linken Stoffseite eine Linie.
Dazu legst du ein Lineal vom linken oberen Kreuzungspunkt zum rechten unteren Kreuzungspunkt auf.
Du solltest die Kreuzungspunkte möglichst genau treffen.

Zeichne die Linie von oben links nach unten rechts.

Stecke dir die beiden Stoffstreifen mit Stecknadeln zusammen.

Nähe genau auf der gezeichneten Linie.

Schneide den überstehenden Stoff zurück, indem du ¼ Inch oder 0,7 cm rechts neben der eben genähten Naht schneidest.

Das sieht dann so aus.
Den abgeschnittenen Stoff brauchst du hier nicht mehr.

Schneide auch die „Eselsohren“ zurück.

Klappe die Stoffteile auseinander und bügele die Nahtzugabe auf der Rückseite schön flach.

Auf der rechten Stoffseite sieht das dann so aus.
Nähe so alle Stoffstreifen zu einem langen Streifen aneinander.

Falte den Streifen auf die Hälfte, fixiere die offene Seite mit ein paar Klammern und bügele ihn.

Wenn der fertig gebügelte Streifen sehr lang ist, rolle ich ihn auf, damit er unter der Nähmaschine besser zu handhaben ist.

Am besten hat mir das Youtube-Video von Scrappy Roads gefallen.
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