Wozu braucht man elastisches Garn?
Wenn du elastische Stoffe nähen möchtest, wie z. B. Jersey, Summersweat oder Badeanzugsstoff, musst du darauf achten, dass die Nähte die Stoffdehnung beim Tragen auch mitmachen. Dafür hast du verschiedene Möglichkeiten.
Im Netz gibt es viele Fragen zu elastischem Garn, vor allem aber auf die „Was mache ich falsch“-Frage möchte ich dir hier Antworten geben.

Wenn du die Seitennähte eines Shirts schließen möchtest, bietet sich die Overlockmaschine an. Mit ihr bekommst du besonders schöne elastische Nähte und dazu noch eine sauber geschnittene Stoffkante.
Auch die meisten Haushaltsnähmaschinen haben elastische Stiche, die in der Anleitung meistens als Stretchstiche ausgewiesen sind. Und der gute alte Zickzackstich ist ebenfalls ein Stretchstich, nur eben nicht so schick.
Wenn du ein Shirt säumen möchtest, kannst du auch eine Zwillingsnadel nutzen. Auf der Vorderseite hast du zwei gerade Nähte, die auf der Rückseite mit viel Garn miteinander verschlungen sind. Dadurch ergibt sich die Elastizität.
Die oben beschriebenen Möglichkeiten erzeugen jeweils breitere Nähte mit mehr Material. Das zusätzliche Material sorgt für die Elastizität.
Manchmal möchte ich an einem Kleidungsstück eine feinere Naht mit einem einfachen Geradstich nähen und dann kommt das elastische Garn ins Spiel. Das gibt es erst seit einigen Jahren und zu Anfang gab es nur wenige Farben. Das hat sich inzwischen geändert, die Farbpalette ist ausreichend groß.
Ein paar Kleinigkeiten, die aber zu großem Frust führen können, gibt es zu beachten. Dazu habe ich eine ganze Reihe guter Tipps für dich.
Die meisten Probleme entstehen durch unregelmäßigen Zug auf den Faden. Ich erkläre dir unten, was du dagegen tun kannst.
Was du aber unbedingt benötigst, ist etwas Konzentration. Du solltest das nicht „mal eben zwischen Tür und Angel“ machen, weil du zum Teil gewohnte Arbeitsabläufe beim Nähen mit elastischem Garn verändern musst.
Ich habe Tests an drei verschiedenen Haushaltsnähmaschinen (von teuer bis günstig) mit deren Grundeinstellungen gemacht. Unter Beachtung dieser fünf oben aufgeführten Punkte haben alle drei Maschinen eine sehr gute elastische Naht genäht. Bei der Arbeit für diesen Artikel war ich besonders konzentriert und hatte überhaupt keine Probleme. Das war schon sehr aufschlussreich!
Ich habe mit unterschiedlichen Nadeln genäht. Mit einer Universal 80, einer Jersey H-SUK und einer Super Stretch 75/11.
Einen Unterschied im Stichbild konnte ich nicht erkennen.
Ich bewahre alle meine elastischen Garne zusammen in einer Tüte auf. Auch die Spulen gehören dazu.

Hier kann man gut erkennen, dass sich das Fadenende aufgrund der vielen Drehungen geteilt hat, das hat zu einem Verheddern geführt.
Man sieht hier aber auch, wie schön gleichmäßig die Naht geworden ist, auf der Rückseite ist sie genauso schön.

Das ist mein altes Schätzchen, das ich eigens für diesen Test aus dem Keller geholt habe. Sie näht sehr gut, aber sie kann nicht langsam. Daran habe ich nicht gedacht und habe etwas zu schnell losgenäht. Dabei ist der Faden aus der Führung gesprungen und schwupps gab es wieder Fehlstiche.
